ARAN
Das Boot zu den Aran durchschnitt die Wellen.
Das geweihte Wasser schäumte atlantisch
Über die Ränder der Bucht. Sturmwind
Verflocht unser Haar und Salzkristalle
Füllten der Jahre Falten. Es lag
Deine Hand auf einer anderen Hand. Torf stapelte
Sich auf im Kopf. Als würde ein Schwein
Geschlachtet. Dampfend krümelte Blutwurst die
Auf uns wartete, von Apfel umringt und
Herbst. Aber es ist doch Frühling, sagtest du und
Summtest mir ein altes Lied ins Ohr. Während
See aufblühte im verwaisten Wasser.
ARAN II
Seebeine suchten den Kai. Eine
Lahme Ente verliess watschelnd das Schiff. Auf dem
Kai lag ein fast Toter. Betrunken aus seinem
Bild gefallen. Vom Jameson1 noch grau die Zunge,
Guinness erodiert auf den Lippen. Das wird
Heute unsere Insel, sagtest du und zogst mich bei ihm
Weg. Salziger Regen laugte die Häuser. Da
Stand kein Baum um einen Buchstaben einzuritzen
Grau die Luft, grau das Wasser. Kein Kater lag
Auf der Lauer. Wir schauten über die vergessenen
Inseln aus, wo Stein unergründlich die
Toten beherrscht und der Tag sich verengte.
ARAN III
Wir hatten fröstelnd uns in Decken eingehüllt.
Treu klickten die Hufe der Pferde,
Als wären die Wege weiche Pfade. Ein jeder
Schritt umkehrbar. Seehunde schwammen
Dem Horizont entgegen. Kartoffeln lagen wie
Eier im kargen Torf. Auf deinen Lippen
Schmeckte ich ein Salz, das Stein erduldete.
Und du mich nachher ansahst, mir durch die Augen
Schautest, zurück. Das ist das Ende einer Welt,
sagtest du, wo alt nie älter wird. Wo
Zeit in einer vollen Aschenurne Stille ist. Aran,
Traum mit dem Geruch von Pferdedecken.